Die Anfänge des Bürgervereins reichen bis in den Dezember 1910 zurück. Wenige Jahre sind erst seit der Gründung der „Wohnungsbaugesellschaft Buchschlag eGmbH“ durch den Frankfurter Kaufmann Jakob Latscha am 16. April 1904 vergangen, doch leben schon rund 350 Menschen zu dieser Zeit in der „Waldkolonie Buchschlag“. Parteien gibt es keine; aber Gruppierungen, Vereine und die Wohnungsbaugesellschaft. Ein vielfältiges Betätigungsfeld für den jungen Bürgerverein. So kümmert man sich um die Gründung einer Kohlenkasse zum Einkauf von Kohle, Briketts und Gartenbedarf, verhandelt mit der Königlich-Preußischen Eisenbahndirektion um günstige Zugverbindungen, organisiert Tournee-theaterauftritte und vieles mehr. Und man engagiert sich vehement in der Bewegung zur Gemeindegründung Buchschlags. In einem verbissen geführten Wahlkampf siegt der vom Bürgerverein Buchschlag unterstützte Kandidat mit einer Stimme Vorsprung: der Dichter und Schriftsteller Rudolf G. Binding wird im Mai 1913 Buchschlags erster Bürgermeister und Buchschlag kurz darauf selbständige Gemeinde. Damit sind öffentliche Aufgaben nicht mehr Angelegenheit des Bürgervereins; er beschränkt seine Aktivitäten nun auf das übliche Vereinsprogramm.

Von 1918 bis 1930 gehört Buchschlag zur französischen militärischen Besatzungszone. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten verschwindet der Bürgerverein von der Bildfläche und „schlüpft in die Haut des Gartenbauvereins, was durchaus in sein eigenes Programm passt und lebt praktisch illegal unter diesem Namen weiter.“

1946 beschlagnahmt die amerikanische Militärregierung weite Teile Buchschlags, insgesamt 189 Häuser (rd. 80%) müssen von ihren Bewohnern verlassen werden. Erst zu Beginn der 60er Jahre wird das letzte Haus zurückgegeben.

Am 28. November 1953 wird der Bürgerverein Buchschlag wieder gegründet und beginnt umgehend  mit seinen Vereinsaktivitäten.

Zwei Jahre später hat der BVB seine erste Tochter, die Karnevalsgruppe „Die Bremser“, die seit Dezember 2013 als „Die Bremser e.V.“ als eigenständiger Verein aktiv ist. 1962 etabliert sich der „Jugendclub Buchschlag“ als weitere Tochter im BVB und firmiert später unter dem Kürzel WIRIC. Es folgt bald danach die Tanz- und Gymnastikgruppe im BVB (bis 2013). Die Initiative zur Verschwisterung Buchschlags mit der französischen Kleinstadt Montier-en-Der im Jahre 1963 geht vom Bürgerverein aus, dessen Gruppe „Die Freunde Montiers“ bis heute (seit 2014 als städtische Einrichtung) die Kontakte pflegt. 2008 gründet sich der Geschichtsverein Buchschlag im BVB, wird aber kurze Zeit später als eingetragener Verein selbstständig. Daneben gab es die Big Band des BVB, den Deutsch-Amerikanischen Club und die Eisenbahnmodellbaugruppe. Der Bürgerverein hat sich zu einer Art „Mutterverein“ entwickelt, der aber auch wie eine kleine Volkshochschule immer wieder Kurse für Englisch, Französisch, Yoga, Ikebana, Bauernmalerei und Gitarre anbietet. Er kreiert Veranstaltungsreihen wie die „Mineralienbörse des BVB“ , „Rund ums Rathaus“, den „Buchschlager Adventssonntag“, „Warten auf den Nikolaus“, organisiert Bälle, Weinseminare und Theaterfahrten und führt die immer noch sehr beliebten „Ausflüge mit Pfiff“ im Frühjahr und Herbst durch. Lange Zeit ist die Seniorenarbeit ein Anliegen des Vereins. Die vom WIRIC in den 60er und 70er Jahren veranstaltete Altbürgerweihnachtsfeier ergänzt bzw. ersetzt der Bürgerverein ab Herbst 1972 mit den „Senioren-Kaffee-Nachmittagen“ im Buchschlager Feuerwehrhaus. Daraus entwickelt sich der Seniorenclub Buchschlag, der wiederum ab 1981 sein Domizil im Haus Falltorweg hat und später in der städtischen Einrichtung „Haus der Begegnung“ aufgeht.

Der Brand des Buchschlager Rathauses im März 1968 und der spätere Abriss beeinträchtigen die Aktivitäten des Vereins und seiner Töchter. Besonders der WIRIC ist davon betroffen: Er muss seinen Clubraum im Feuerwehrhaus räumen, der jetzt vom Gemeindeparlament benötigt wird. Mit der Eröffnung des neuen Bürgersaals Buchschlag am 19. Januar 1974 kommt aber wieder neuer Schwung in das Vereinsleben.

Im Zuge der hessischen Gebietsreform verliert Buchschlag 1977 seine kommunale Eigenständigkeit und wird mit Sprendlingen, Dreieichenhain, Götzenhain und Offenthal zur Stadt Dreieich zusammengeschlossen. Auf das Vereinsleben hat das zunächst kaum Auswirkungen. Erst mit dem Verkauf des jetzt nicht mehr benötigten Hauses Straßheim (Villa Lina) im Jahre 2000, in der seit dem Rathausbrand die Gemeindeverwaltung Buchschlag und später die Außenstelle der Dreieicher Stadtverwaltung und das Kultur- und Sportamt der Stadt untergebracht sind, fangen die Sorgen an. Hier hat der WIRIC nach seinem Umzug seit 1970 sein legendäres Kellerdomizil etabliert, das muss er jetzt aufgeben. Unterschlupf findet er im ersten und zweiten Stock im Haus Falltorweg; aus dem „Haus der Begegnung“ wird nun das „Treff der Generationen“. Schlimmer trifft es eine weitere Tochter des BVB: Die seit 1990 bestehende „Eisenbahnmodellbaugruppe im Bürgerverein Buchschlag“, die ebenfalls in der Villa residiert, wird heimatlos und löst sich auf.

Doch es kommt noch schlimmer. Der Fertigbau Bürgersaal Buchschlag ist in die Jahre gekommen und müsste grundlegend saniert werden. In Zeiten klammer kommunaler Kassen beschließt das Stadtparlament den Abriss des Gebäudes und den Verkauf des Grundstückes. Damit verlieren die Bürger Buchschlags ihre Versammlungsstätte und die Vereine – und hierbei besonders der BVB und seine Töchter und Gruppen – die Örtlichkeiten, die sie für ihr bürgerliches Engagement benötigen. Als die Stadt dann auch noch den 1981 von dem Offenbacher Künstler Bernd Rosenheim geschaffenen Freundschaftsbrunnen vor dem Bürgersaal ebenfalls abreißen will, kommt es 2010 auf Initiative des Geschichtsvereins Buchschlag, des Kulturellen Förderkreises Buchschlag (auf dessen Engagement seinerzeit der Brunnenbau zustande kam) und des Bürgervereins zu einer Bürgerversammlung, auf der deutlich wird, die Bürger Buchschlags wollen ihren „Schneckenbrunnen“ unter allen Umständen behalten! Man einigt sich schließlich mit der Stadt. Es wird die „Schneckenbrunnen GBR“ gegründet, die nach der Auflösung des Kulturellen Förderkreises als Gesellschafter den Geschichtsverein und den Bürgerverein hat und für die nächsten drei Jahrzehnte für den Brunnen verantwortlich ist. Dank der finanziellen Unterstützung vieler Bürger und zahlreicher Sponsoren wird der Brunnen saniert und das dazugehörige Gelände neu gestaltet.

Als bisheriger Initiator oder Anstoßgeber vieler Aktivitäten und Initiativen sieht sich der Bürgerverein Buchschlag nun mit der Situation konfrontiert, sich angesichts all dieser Entwicklungen neu zu definieren. Gemeinsam mit der ihm verbliebenen Tochter WIRIC ist er dabei, im Rahmen der Möglichkeiten Buchschlags ein Kulturprogramm zu implementieren. Ein erster Ansatz ist der seit Herbst 2014 bestehende „Buchschlager Salon“. Gemeinsam mit der Stadt Dreieich und dem „Haus Falltorweg“ und unterstützt von den Bürgerhäusern Dreieich entwickeln der Bürgerverein und WIRIC zur Zeit ein Kleinkunstprogramm für das Haus Falltorweg.


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